Eine der medizinischen Herausforderung für einen Flug zum Mars ist, wie lässt sich verhindern, dass Marspioniere nach monatelangem Flug durchs All mit schlaffen Muskeln und spröden Knochen auf dem Mars landen und sich bei den epochalen ersten Schritten auf dem Mars schwere Knochenbrüche zuziehen?
Die Lösung heißt Fitnesstraining, genauer gesagt Vibrations- oder Ganzkörpertraining - und das auf kleinstem Raum (im Raumfahrzeug) und ohne wertvolle Zeit zu verlieren.
Einer der wichtigsten Gründe für den Einsatz dieser Trainingsmethode ist, dass die Vibrationen reflexhafte Muskelkontraktionen auslösen bei denen die Muskulatur kurzzeitig hohe Kräfte mobilisiert. Auf diese Art wird (anders als bei einem Ausdauertraining z. B. auf einem Laufband) vor allem die Schnellkraft der Muskel trainiert. Für diese Muskelkraft zeichnet eine spezielle Art von Muskelfasern (Typ II) verantwortlich welche die Kraftspitze des Muskels erzeugt. Wenn diese starken Kräfte wirken, verformt sich jedes Mal ganz leicht der Knochen. Diese Verformungen sind es, die dann das Knochenwachstum anregen.
Das Vibrationstraining baut also nicht nur Muskulatur, sondern über die mechanische Beanspruchung der Knochen zugleich auch Knochenmasse auf.
Studien mit Probanten die wochenlang ans Bett gefesselt wurden, haben im Vergleich zu einer Gruppe ohne Training (-30%) durch das Vibrationstraining nicht nur weniger Muskelmasse und Muskelkraft verloren (- 9,5 %) sondern teilweise sogar zugelegt (+ 8%).
Gewebeproben haben zusätzlich belegt, dass vor allem der Muskelfaser Typ II unter dem Vibrationstraining an Querschnitt und Zahl zugenommen hat. Es konnte also speziell die Muskelfaser trainiert werden, welche das Knochenwachstum anregt.
Die nicht trainierenden Testpersonen verloren im Durchschnitt 4,6% ihrer Knochenmasse. Bei der Gruppe der Trainierten belief sich dieser Verlust auf nur 0,6 %.
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